Nachdem die erste inhaltliche Sitzung des Ortsbeirats noch ohne Meinungsverschiedenheiten auskam, gab es in der Sitzung Ende Oktober erstmals Diskussionen. Aber das ist es ja, wovon die Demokratie lebt und was nicht selten zu besseren Ergebnissen führt.

Hoch hinaus …

Die Stadt Mainz wächst, und so auch der Stadtteil. In den letzten 10 Jahren hat sich die Einwohnerzahl in Mombach um 1000 Menschen erhöht. Und es ist damit zu rechnen, dass die Einwohnerzahlen auch weiter steigen werden. Dafür braucht es (bezahlbaren) Wohnraum. Doch zumindest in Mombach ist die Möglichkeit für neue Wohngebiete ausgeschöpft und auch eine innere Verdichtung wäre meist nur noch zu Lasten von Grünflächen möglich. Daher haben die Grünen einen Antrag vorgelegt, wonach die Stadt prüfen soll, inwiefern neuer Wohnraum durch Aufstockung entstehen kann. Nach einiger Diskussion mit sachlichen Argumenten („Mehr Wohnraum -> mehr Parkplätze nötig“) und weniger sachlichen Argumenten („Dann wird hier ja jedes Haus um 10 Stockwerke erhöht“) wurde der Antrag angenommen.

… und weit davon

Der Antrag zum Ausbau des Carsharing war der erste, den ich einbringen durfte. Auch hier gab es durchaus kritische Nachfragen (erstaunlicherweise kam die Frage, wie viele Parkplätze das kostet, nicht aus der Richtung, aus der ich es erwartet hatte), insgesamt kann man aber auch hier sagen, dass der Antrag durch die Debatte weiter verbessert wurde. So wurde aus der relativ festen Position („rund um den Bahnhof“) ein etwas weiterer Bereich („im alten Ortskern“) und vor einer Umwidmung von Parkplätzen in Carsharing-Plätzen soll der Ortsbeirat mit einbezogen werden. Mit diesen Änderungen konnten dann fast alle leben, auch dieser Antrag wurde angenommen.

Und wie viele Parkplätze kostet das Carsharing jetzt?

Das ist ein Punkt, der noch ziemlich unkonkret ist. Der Antrag nannte keine Anzahl an Fahrzeugen, an vielen Stationen stehen ein bis zwei Pkw. Das war zumindest auch meine Vorstellung. Doch in der Debatte war plötzlich teilweise von 6 Fahrzeugen die Rede.

Der Bundesverband CarSharing e.V. kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass ein Carsharing-Fahrzeug mittelfristig bis zu 10 private PKW ersetzt. Somit kostet die Einrichtung einer Carsharing-Station kurzfristig tatsächlich Parkplätze, mittelfristig werden dadurch jedoch mehr Parkplätze frei, was wiederum denen zugute kommt, die auf ein privates Fahrzeug angewiesen sind.

Und sonst so?

Daneben gab es Anträge zur Reparatur der Treppe vor der Kirche, die sicherlich schonmal bessere Zeiten gesehen hat. Auch an der neu gestalteten Franz-Vlasdeck-Anlage gibt es erste Anzeichen von Vandalismus und Vermüllung. Auch wenn sich so etwas nie verhindern lassen wird, soll hier eine verstärkte Kontrolle stattfinden, um das Problem zumindest einzudämmen.

Der Antrag zur Gastronomie am Platz vor der Ortsverwaltung wurde mehrheitlich abgelehnt. Auch wenn mir die Idee, diesen Platz (unter anderem durch gastronomisches Angebot) weiter zu beleben, sehr zusagt, ist die Umgestaltung des Platzes für einen Café-Betrieb nicht Aufgabe einer Stadt. Aber wer weiß, vielleicht lässt sich ja ein mobiler Betrieb realisieren…